Aiplspitz mit Heißenplatte und Kleinmiesing

Auf der Suche nach einer nicht allzu langen, gut erreichbaren und trotzdem spannenden Tour, die meinem Sohn, den Hunden und auch mir Spaß macht, stieß ich bei www.gamssteig.de auf diesen Vorschlag: Heißenplatte (1593 m), Aiplspitz (1759 m) und Kleinmiesing, einsame Steige im Spitzinggebiet.

Zu der Beschreibung dort kann ich nur wenig hinzufügen, es war ein herrlicher Tag auf nahezu menschenleeren Pfaden!

Wir starteten in Geitau, gingen im Bachbett des Berggrabenbachs zum Ausgangspunkt bei Hagnberg, freuten uns über den schönen, lichten Bergwald und erreichten recht bald den wilden Steig zur ehemaligen Heißplattenalm.

Der Steig ist ganz gut zu erkennen, er beginnt ein paar Meter über dem Ende des Wirtschaftsweges und führt erstmal quer nach links (nordöstlich) den Hang entlang. An einer Abbruchstelle muss man etwas aufpassen, dass man auf der gegenüberliegenden Seite nicht zu tief weitergeht, dieser Pfad führt nur zu einem Jägerstand und endet nach cirka 150Metern.

Es gibt ein paar überwucherte Stellen, die relativ leicht umgangen werden können, aber die Wegführung bleibt immer gut erkennbar.

Im Bereich der Heißplattenalm kamen wir dann auf einen Steig, der fast eben in westliche Richtung führte, den verließen wir bald nach links, um durch den gut gangbaren Wald nach oben in die Latschenregion zu gelangen.

Hier war der Weg schön freigeschnitten und es kam uns sogar eine kleine Gruppe Bergsteiger entgegen. Wahrscheinlich aus Unachtsamkeit haben wir aber einmal die Latschengasse verfehlt und durften uns dann durch wirklich wildes Gestrüpp kämpfen – die Hunde waren nicht besonders erfreut, aber das Dickicht auch bald überwunden und kurze Zeit später standen wir auf dem Gipfel der Heißenplatte.

Der Übergang zum Sattel vor dem Aiplspitz-Nordgrat ist großzügig von Latschen freigeschnitten und bietet schöne Aussichten in die Täler rechts und links, sowie auf den ganzen Kamm vom Jägerkamp bis zum Kleinmiesing. Wir waren dementsprechend recht schnell am Sattel und gingen den Nordgrat an. Zu sehen waren zwei Grataufschwünge und ein derber Riegel mit deutlicher Markierung wenige Meter unter dem Gipfel. Die Grataufschwünge waren angenehm zu gehen, der Fels fest und nirgends abgespeckt, nur die Jungs brauchten etwas Hilfe, kamen aber auch ganz gut nach oben. Der Riegel musste dann nicht überklettert werden, der Weg führt auf einem breiten Band unterhalb rechts vorbei und zum Gipfel, den wir dann nach insgesamt 5 Stunden erreichten (wir gingen nicht besonders schnell und machten einige Pausen, auch für die Hunde).

Der Abstieg über den Kleinmiesing stellte dann noch ein kleines Highlight dar, erst eine breite Wiese, dann ein immer schmäler werdender felsiger Grat! Zwei, drei Stellen sogar recht luftig, aber die Felsen liegen hier als schräge Platten ruhig und fest da, die Neigung ist genau richtig, um entspannt auf Reibung gehen zu können und bald ging es wieder in die Latschenzone hinein. Hier sind die Latschen nur sehr sparsam ausgeschnitten, es reicht aber, um angenehm durchzukommen.

Der Grat verliert sich dann im Bergwald, den wir einfach gerade nach unten gingen und dann dort, wo er wieder stärker ausgebildet ist, auf den bezeichneten Weg zur Krottentaler Alm trafen. Die Tiefblicke in den Krottentaler Graben sind eine Schau für sich!

Wir nahmen noch den kleinen Wiesenbuckel des Heubergs mit, dort blühten besonders viele blaue Gebirgsenziane und dann ging es zum Brunnen der Angelalm, wo es das beste Wasser überhaupt oder zumindest im Rotwandgebiet gibt.

Der Abstieg nach Geitau ist abwechslungsreich und nicht besonders steil, daher macht es nichts, dass es sich doch ein wenig zieht, aber bald waren wir unten und froh, genau diese Tour gegangen zu sein.

Zuletzt noch vielen Dank an Alois vom Gamssteig für die ausführliche Beschreibung und den GPS-Track!

2 Gedanken zu „Aiplspitz mit Heißenplatte und Kleinmiesing

  1. Am Aiplspitz sind wir vor Jahren mal an einem feuchten Herbsttag die Nordflanke hinunter „geglitten“. Da ward mir schon etwas anders. Da gehts zu beiden Seiten gut bergab und zum festhalten, außer dem nackten Stein unter den Füßen, gab es auch nicht viel. Ansonsten ein wunderschöner Berg.

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