Brecherspitz, östlicher Nordgrat

Von Neuhaus mit Buddy. Ganz sicher war ich mir nicht, aber den Hüttenabstecher wollte ich auf jeden Fall ausprobieren, also ging es am Ankelbach weg von der Almstraße und rein in den steilen Buchenwald. Erst auf deutlichem Pfad, dann auf Wegspuren, später wieder auf einem Pfad, der bald auf die Almstraße stieß. An der Stelle ist rechts ein Metall-Geländer.

Die Straße querend ging es gleich auf der anderen Seite wild weiter auf nun sehr dunklem Boden den immer noch recht steilen Buchenwald hinauf zu einem fast ebenen Stück der Almstraße.

Nach Brombas Track geht’s hier los in Richtung östlichem Nordgrat, aber an der wahrscheinlichsten Stelle, die sogar mit einem Stück Flatterband und einem Steinmanndl markiert ist, ist nur eine zugewachsene Schneise zu sehen, links davon undurchdringlicher Buchen-Jungwald. Ich gehe erstmal noch ein Stück auf der Straße weiter, aber Brombas Track entfernt sich immer weiter nach links, also versuche ich mein Glück und peile einen auffälligen abgestorbenen Baum an, der wohl über dem Buchen-Jungwald steht. Komischerweise war das genau die Stelle, an der am Sonntag der Dackel von Ines einen kleinen Jagdausflug gestartet hatte.

Ich traf tatsächlich auf eine Wegtrasse, die aber nach 10 Metern wegen eines Hangrutsches gleich wieder verschwand. Danach ging es abwechselnd durch Steilgras oder auf Gamssteigen aufwärts. Ich hielt mich relativ weit rechts (westlich), die steile Grasleiten links die den Beginn des Grates anzeigte, vermied ich lieber, allerdings baute sich rechts oben eine Felswand auf, die nicht sehr freundlich aussah. Eine Umgehung rechts hätte mich wahrscheinlich zu weit vom Grat weg geführt, außerdem war da der Wald sehr dicht und nach links oben gab es eine enge, aber mindestens 10 Meter lange Latschengasse.

Aufmerksame Leser haben es bemerkt, das Reizwort ist gefallen, von nun an wird’s harzig.

Buddy ist not amused, denn die Äste, die knapp über dem Boden hängen und für mich eigentlich ganz gut zu übersteigen sind, nerven ihn extrem, ich muss also erst vorgehen, dann die Leine ordnen, die Äste mit allen verfügbaren Gliedmaßen runterdrücken und dann Buddy darüber laufen lassen. Manchmal muss er auch unten durch. Latschenfreie Stellen gibt es, die sind dann ungefähr 10 Zentimeter breit, daneben geht’s senkrecht runter.

Das schrofige Steilgelände links des Grates sieht nicht sehr gangbar aus, also tauchen wir wieder rechts ins Latschengewirr ein. Eindrucksvoll, wie abwechslungsreich und wandelbar diese Latschen sind, ich sehe einen Durchschlupf mit nur drei Zweigetagen übereinander und setze an, aber kaum bin ich mittendrin, kommen kreuz und quer Äste dazu, der Rucksack klemmt, die Leine wickelt sich um einen kleinen Zweig, der aber immer noch zu stark ist, als dass er die Leine bei kräftigem Zug freigibt und Buddy mag eh nicht weiter, außer ich lege mich auf alle bodennahen Äste drauf, damit er schön drübersteigen kann. Ich weiß nicht, welcher Latschkampfgrad das ist, aber nur geringfügig dichter und es wäre technisch geworden (sprich: Ohne Kettensäge kein Durchkommen).

Was außerdem wirklich blöd war: Wir liefen um viertel nach Eins am Bahnhof los und der Grat führt ziemlich genau nach Süden. In Kombination mit dem herbstlich tiefen Sonnenstand und Kaiserwetter war der Blick nach oben, wo es weitergehen sollte, meist ein Blick in die hinter den Latschenzweigen lauernde Sonne!

Ohne jetzt die GPS-Aufzeichnung der Tour zu studieren, würde ich sagen, dass wir für den Aufstieg trotz Laufens soweit es ging und trotz der deutlich kürzeren Strecke nur geringfügig weniger Zeit gebraucht haben, als wenn wir die Almstraße gegangen wären, wir waren jedenfalls nach gut 2 Stunden am Gipfel.

Der Rest ist unspektakulär, Gipfel fast frei (5 Leute), Überschreitung zur Freudenreichkapelle, runter zur (geschlossenen) Ehardalm mit drei Mal Umknicken (autsch!), Buddy enttäuscht, weil keine Einkehr, Almstraße runter mit angezogener Handbremse, Einstieg zum Grat dokumentiert, eine Halbe mit Alex und seinem G’spusi gezischt.

Mei war des schee!

Anmerkung wegen des Bergnamens: Ich weiß, dass es am Schliersee „der Brecherspitz“ heißt, schon wegen der Schreibweise. Für ein „die“ müßte da -spitze stehen. Da aber in München niemand „der Brecherspitz“ sagt, bleibe ich beim „die“.

 

4 Gedanken zu „Brecherspitz, östlicher Nordgrat

    1. Ich unternehme solche Sachen allerdings zuerst lieber allein und ob ich da wirklich nochmal rauf will, ist auch nicht so ganz sicher, naja, kommt drauf an…

  1. Hallo Hans, bin über eine aktuelle Verlinkung auf deine Seite gestolpert – und habe diesen „ähnlichen Beitrag“ angeboten bekommen… Respekt, dass du dich da mit Hund an der Leine durchgearbeitet hast – wir hatten dieses „Latschenkiefer-Vollbad“ bereits vor ’nem Jahr „geniessen“ dürfen (vgl. Link im Namen), die „Wiederholungsgefahr“ ist vmtl. eher klein… 😉

    1. Hallo Gerold,
      deinen Bericht habe ich natürlich vorher studiert und der hat mich nicht abgeschreckt. Auf die ganze Tour gesehen ist der Latschabschnitt ja nur ein winziges Detail 😉

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