Brecherspitz-Ostflankensteig

Brecherspitz-Ostflankensteig

Wandern mit Hunden in den bayrischen Voralpen ist im Sommer wegen des Weideviehs nicht ganz unkompliziert, darum suche ich ständig nach Wegen, die nicht durch Almen führen, was die Auswahl stark reduziert, zumindest wenn man markierte, in Karten verzeichnete Wege sucht.

Bis zum Almabtrieb bleiben wir daher meist unterhalb der Waldgrenze und gehen auch hin und wieder einmal einem Jägerpfad nach, sofern der mindestens auf einer meiner favorisierten Webseiten beschrieben wurde (Brombas Berge, Gipfelseiten, Familie Steiner).

Der Jägersteig, der die Ostflanke vom Brecherspitz quert, ist sogar noch in den Karten des Landesvermessungsamts verzeichnet, markiert oder beschildert ist er nicht und man muss schon wissen, wo er beginnt, um ihn zu finden.

Wir gingen gestern den Bockerlbahnweg hinauf zum Spitzingsattel und waren froh, dass auf der Stocker-Alm keine Kühe waren, denn eine Umgehung hätte aufwändig werden können. Ich genoß den guten Blick nach Norden auf die kleine Berggruppe um den Hirschgröhrkopf, wo wir erst kürzlich waren und prüfte bei einem Schild, ob der Weg wirklich nach 300 Metern endete (keine Höhenmeter!).

Auf den Besuch des Spitzingsattels verzichteten wir gerne und staksten durch die Wiese rechts der Straße in Richtung Wald, um den Beginn des Jägersteigs zu finden. Der lag dann etwas höher als erwartet, aber zeigte sich, sobald wir im Wald waren, sehr deutlich, gut angelegt und leidlich gepflegt.

Gegen allzu neugierige Wanderer lagen pittoresk angeordnete Baumstämme quer über den Weg, bevorzugt nicht einzeln, sondern locker gruppiert über- und hintereinander, was nicht nur für die Hunde kleine Herausforderungen bot.

Eine Gefahr gibt es allerdings auf diesem Weg und das ist der Steinschlag. Einige Bäume hatten charakteristische Kerben im Stamm, die nur von heruntergefallenen Steinen verursacht sein können. Ziemlich tief ins Holz getrieben und in Höhen von knapp über dem Boden bis in Kopfhöhe. Da dürfte im Frühjahr bei der Schneeschmelze einiges los(e) sein, weiter oben.

Nach ungefähr dem ersten Drittel des Wegs ist der Bereich mit Schotter (recht schön übrigens, Weiden, Erlen, Eisenhut, Schwalbenschwanz-Enzian wuchern um die Wette) überwunden und es geht abwechselnd durch Buchen- und Fichtenwald. Immer ganz gleichmäßig leicht absteigend, immer wieder mal ein querliegender Baum. Nie so, dass es nervt, es ist eher anregend und amüsant.

Trotzdem würde ich gerne wissen, nach welchen Kriterien hier manche Bäume herausgeschnitten werden und manche nicht. Vermutung: Einerseits will der Jäger und der Förster einigermaßen bequem da durch, andererseits soll auch nicht jeder so einfach da entlanglatschen.

Ab etwa der Hälfte der Strecke könnte man wohl jederzeit den Waldhang hinunter zum Bockerlbahnweg gehen, manchmal ist der Hang allerdings ziemlich steil.

Was noch auffällt: Es gibt fast keine Gräben, in der gesamten Ostflanke war nur einer zu queren, der den Namen verdient hätte – ohne Schwierigkeiten.

Der Weg endet an der von unten ersten Kehre der Straße zur Ankelalm.

Wir waren zu zweit und mit zwei Hunden etwa 4 Stunden unterwegs, wobei wir uns viel Zeit gelassen haben für Hundetraining, Aussicht genießen und den Weiterweg diskutieren. Wer zügig geht, schafft das wahrscheinlich auch in 2,5-3 Stunden.

Für mich ist der Brecherspitz-Ostflankensteig dann auch noch der ideale Zugang zum Brecherspitz-Ostgrat, in Verbindung mit einem Abstieg über die Freudenreichalm lockt da eine ziemlich großartige Tour!

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