Brecherspitz über Ostflankensteig und Ostgrat

Warnschild: Kein Abstieg, Lebensgefahr

Der lange gehegte Wunsch wird endlich wahr!
Am Samstag, 6.10.2018 gelang mir zusammen mit meinem Sohn und einem Bekannten aus Manchester der Brecherspitz-Ostgrat . Und das sogar mit unseren beiden Hunden!

Geplant war eigentlich eine Überschreitung der Seekarspitze und der Seebergspitze, aber wir wollten dann doch nicht so früh aufstehen, also musste eine kürzere Tour her und da kam mir der Gedanke, wieder einmal auf den Brecherspitz zu steigen. Und zwar diesmal über den Ostgrat. Als Zugang wählten wir den Ostflankensteig, für den Abstieg den östlichen Nordgrat und die Ehard-Alm.

Am Parkplatz am Ende der Dürnbachstraße entdeckten wir gleich einen hübschen Pfad am Bach entlang bis Pt.838 im Bayern-Atlas an der Krettenburgstraße (von hier aus würde man nicht auf die Idee kommen, dort einen Weg zu suchen, es ist eine Sackgasse, an deren Ende jemand einen großen Haufen Äste und Laub deponiert hat). Danach ging es weiter auf dem Bockerlbahnweg zur Furt über den Ankelbach, wo wir gleich den Abstecher hinauf zur zweiten Rechtskehre der Almstraße nahmen und dort mit der Suche nach dem Beginn des Ostflankensteigs begannen. Natürlich vergeblich trotz übelstem Jungbuchenwald-Gestrüpp. Ein etwas genauerer Blick auf die Karte und der Fehler war erkannt. Wir sind viel zu weit oben, der Pfad zweigt an der ersten Rechtskehre ab. Wir könnten nun den östlichen Nordgrat gehen, aber angesichts des zu erwartenden Latschenkampfes entscheiden wir uns, wie geplant über den Ostflankensteig zum Spitzingsattel und dann den Ostgrat auf den Brecherspitz zu gehen.

Der Steig zweigt dann tatsächlich gut sichtbar an der ersten Rechtskehre (von unten gesehen) ab, ist mittlerweile bestens ausgeschnitten und sehr gut zu gehen, lediglich im letzten Drittel ist er ein wenig holprig. So sind wir nach 2 Stunden auf dem Spitzingsattel, wo gerade im selben Moment ein Rennradfreund oben ankommt, der mich dann auch gleich erkennt und freundlich grüßt.

Der Ostgrat ist ein echtes Schmankerl, es geht erst gemütlich durch den Wald nach oben, dann wird der Wald lichter, das Gelände steiler, aber der Weg bleibt immer gut gehbar und die berühmt-berüchtigte Kletterstelle ist abgesehen davon, dass darunter ein wirklich sehr steiler Wiesenhang ist, sehr leicht zu überwinden. Über den ersten Grad nach UIAA-Skala geht das auf keinen Fall hinaus, genau genommen ist es noch gar keine Kletterei, weil man bei ausreichender Trittsicherheit die Hände nicht braucht. Auch die Hunde sind übrigens problemlos hinaufgegangen, für die kam weiter oben als Schlüsselstelle ein Totholzstamm mit Astgerippe. Es kommen dann noch ein paar Passagen auf Fels, alles sehr gutmütig, aber auf der rechten Seite gibt es immer wieder mal senkrechte Abbrüche.
Nach einem schwach ausgeprägten Gratköpferl wird das Gelände flacher und der Weg führt recht angenehm durch Latschen zum Gipfel, den wir nach ca. 1:10 h vom Spitzingsattel aus erreichen.

Nach ausgiebiger Gipfelrast steigen wir am Nordgrat ab, machen noch eine kleine Pause an der Ehard-Alm und kommen sogar noch vor Beginn der Dämmerung wieder in Neuhaus an.
Insgesamt waren wir 6 Stunden unterwegs, es war eine äußerst lohnende Tour (wenn man von dem Verhauer am Anfang absieht) und auch die Hunde wirkten recht zufrieden.