Hirschgröhrkopf

20 Zentimeter Neuschnee, geschlossene Wolkendecke bei etwa 1200 Meter und der Wille, irgendetwas in den Bergen zu machen, führt dann dazu, dass ich mich mit Florian und den Jungs aufmache und einen völlig unbedeutenden Waldbuckel bei Neuhaus (Schliersee) erkunde.

Los gehts in Hammer (BOB-Station Fischbachau) und gleich recht forsch am Kamm entlang zum Aurachköpfl. Knapp unterm Gipfel leisten wir uns einen Verhauer, zwei umgestürzte Bäume machten die Wegspur unkenntlich und wir kamen an nicht gehbares felsiges Gelände. Der Fehler war schnell erkannt, dass wir aber über die beiden Baumstämme mussten, dämmerte uns erst ein wenig später.

Im Gipfelbuch mehrere Tage ohne Eintrag.

Nach dem Abstieg in den nördlich gelegenen Sattel durften wir durch ziemlich hohen Schnee stapfen, aber der Weg war recht schön und das weglose Stück durch den lichten Mischwald hinunter zur Forststraße eine echte Gaudi.

Auf dieser Straße, die von Neuhaus heraufführt, waren dann tatsächlich einige Fußspuren, die wir aber bald wieder verließen, um auf dem Leitner-Nasen-Steig weiter Richtung Hirschgröhrkopf zu gehen. An einer markanten Ecke führen Trittspuren genau am Kamm entlang nach rechts oben. Nach einiger Zeit wird der Kamm flacher und breiter und es baut sich eine Felsengruppe auf. Eigentlich müßte es hier rechts (östlich) um die Felsen herumgehen, aber da lang sehr viel Totholz und wegen des Schnees sahen wir keine Wegspuren. Dafür kam von links eine einsame Trittspur herauf (der Bromba oder ein Jäger?) und wir versuchten es dort. Das Gelände ist ziemlich steil, aber durch den Schnee ließ es sich eigentlich ganz gut gehen. Die Spur verloren wir und verfolgten dafür die Trittsiegel eines vermutlich größeren Hirschen und kamen an einen sehr eindrucksvollen Felsturm mit fantastisch festem Gestein. Bald entdeckten wir mehrere sorgsam angelegte Kletterrouten, alle mit italienischen Namen versehen.

Oberhalb der Felsen wurde das Gelände dann flacher und wir standen bald auf dem zugewachsenen, aber immerhin mit Kreuz und Gipfelbuch ausgestattetem Gipfel.

Nun nur noch den Weg nach Norden zu der Forststraße, die um den ganzen Berg herumführt, finden und dann an der Burgruine Hohenwaldeck vorbei zurück zur Bahnstrecke. Das Ziel war dann nicht der Bahnhof Fischhausen-Neuhaus, sondern das Wirtshaus-Café Stickl, mit unglaublich großen Kuchenstücken, Hirschgulasch für Florian und Saibling für mich. Der Saibling war laut Karte „frisch geschlachtet“ – was immer das bedeutet, ich hab nicht nachgefragt!

Die Strecke bei Strava

 

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