Kleines Tiefschneeabenteuer an der Gindelalmschneid

Am Gipfel der Gindelalmschneid

Bayerische Voralpen im Winter – ein Versuch.

Heute konnte ich endlich einmal wieder in den Bergen laufen, von Tegernsee über die Neureuth zur Gindelalmschneid war der Plan und dann mal sehen.

Buddy begleitete mich, sorgte anfangs für ein nicht zu hohes Tempo, kam dann aber ganz gut mit. Der Anstieg zur Neureuth war größtenteils schneefrei, ein paar hundert Meter mit hartem, rutschigen Altschnee konnten uns nicht allzusehr bremsen.

Oben dann geschlossene Schneedecke mit gut ausgetretenem Weg.

Herrlicher Blick auf die Tegernseer Berge und die rappelvolle Terrasse, aber lange hielten wir uns nicht auf, sondern liefen weiter am Kamm entlang zu unserem eigentlichen Ziel.

Der kleine Anstieg zur Gindelalmschneid war zwar anstrengend, aber gut gespurt, erst ganz oben, wo ich ein wenig nach dem Pfad, der da von Süden durch den Wald heraufführen soll, gesucht habe, brach ich ein paar Mal richtig tief ein. Und unten stand das Wasser. Gut, dann sind die Füße jetzt eben nass.

Da konnte der rasante Abstieg Richtung Kreuzbergalm nicht schrecken. Der Schnee war schon den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt und dementsprechend sulzig, also gab es eher eine Abfahrt als einen Abstieg.

Bevor es den nächsten Hang wieder aufwärts geht zur Kreuzbergalm, wollte ich rechts einen Weg, der zurück nach Tegernsee führt, hinunterlaufen. Spuren gab es aber nur zur etwas oberhalb gelegenen Bergwachthütte, also erstmal dort hin. Wir waren zwanzig Meter vor der Hütte, da ging die Tür auf und der lokale Bilderbuch-Bergwachtler fragte fast leicht besorgt, ob er mir helfen könne. Mit knapper Not gelang mir, dass Buddy nicht in die Hütte stürmte, ich sagte nur, nein, danke und der will nur einkehren und ich möglichst trocken zu dem Weg runter und weiter nach Tegernsee. Er murmelte leise, ja, nach Tegernsee geht’s da auch.

Das hätte ich als Warnung nehmen sollen, denn der alte Karrenweg wird wohl nicht besonders häufig begangen. Schön war er trotzdem, ein wenig eingewachsen, fast eben. Bis nach einer Biegung ein halber Meter Schnee drauf lag, mit ein paar Fußstapfen verziert, die mindestens eine Woche alt waren. Ein Tritt hielt, der nächste nicht. Und es ging aufwärts. An einer kürzlich abgegangen Mure vorbei in einen Graben hinein, wo der Weg zwar auf der anderen Seite weiterging, aber der Schnee doppelt so hoch, die Tritttiefe mal normal, mal nicht normal war und während unten der Bach gurgelte, war ich froh, mir an den kreuz und quer ragenden  Baumstämmen kein Malheur zu leisten. Der Weg wurde deutlich schlechter, aber es war immer noch eine alte Spur erkennbar.

Ich weiß, dass der Weg sich hier irgendwo gabelt und ich oben weiter muss und wie ich gerade darüber nachdenke, sehe ich rechts an einem Baum zwei Markierungspfeile, einer rot, einer blau. Kurz überlegt, was das soll, als Forstmarkierung abgetan.

Natürlich war dann mein Weg bald weg, nur zwei Tritte nach oben zeigten an, dass man hier besser mal abbiegt.

Also steil rauf durch den Bergwald und siehe da, da ist ein vor längerer Zeit angelegter Weg, mit Bohlen und Stangen, richtig aufwändig konstruiert!

Okay Buddy, wir sind durch, jetzt geht’s nur noch abwärts! Lehmig zwar und nochmal ein paar Meter durch knietiefen Schnee, aber runter. Zur Zivilisation! Die uns mit einer vereisten Forststraße empfängt, an deren Rand ich ganz gut vorankomme, aber Buddy eiert ziemlich herum.

Endlich kamen wir wieder in Tegernsee an, ich genoss den Anblick der hübschen alten Häuser entlang der Straße, Buddy hatte nur Nase und Zunge für die bereitgehaltenen Guttis, war dann etwas schwierig ins Auto zu bewegen und schlief auf der Heimfahrt die ganze Zeit.

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