Lenggrieser Höhenrunde

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Von Lenggries über den Geierstein zum Fockenstein, an der Neuhüttenalm vorbei auf den Ochsenkamp und den Spitzkamp, weiter zum Seekarkreuz und nach kurzer Rast auf der Lenggrieser Hütte über den Grasleitenkamm zurück nach Lenggries.

Das ist ohne Übertreibung eine der lohnendsten Rundtouren über die niedrigeren Gipfel der Bayerischen Voralpen, allerdings mit 23 Kilometern Länge und 1.600 Höhenmetern durchaus anspruchsvoll.

Dafür geht es nach dem Aufwärmen (von Lenggries nach Hohenburg) gleich richtig steil los, den schattigen Bergwald hinauf auf den Geierstein (1491m), den man nach 1-2 Stunden erreichen kann – wir benötigten etwa 1:30 h. Der höchste Punkt ist etwas östlich vom Kreuzgipfel, die Aussicht ist durch ein paar Bäume etwas eingeschränkt, aber der überraschend felsige Gipfelaufbau sorgt für genügend Spannung.

Der Abstieg in nordöstlicher Richtung ist etwas ruppig, bei Nässe ist hier eine gewisse Vorsicht durchaus angebracht, aber schnell ist die Wiese im Sattel (1340 m) zwischen Schwarzwand und Geierstein erreicht, wo unser Weg zum Fockenstein rechts abzweigt (Wegweiser). Wir kommen an einem Bach mit Trinkwasserqualität vorbei und queren ein Schuttkar, bevor wir auf eine Forststraße stoßen, der wir nach links (Richtung Osten, Wegweiser) folgen.

Nach etwa 600 Metern kommt eine Kreuzung, an der links ein Karrenweg zum Fockenstein abzweigt. Anfangs noch mit angenehmer Steigung, bald aber zum Steig werdend und gerade den Hang hinauf zu den Almwiesen rund um unseren zweiten Gipfel, dem Fockenstein (1564 m). Der Zeitbedarf für diese Teilstrecke ist etwa 1 h.

Vom Fockenstein geht es östlich steil und steinig hinunter Richtung Aueralm. An einem Stacheldrahtzaun beginnt unterhalb des offiziellen Weges ein gut sichtbarer Pfad, der erst östlich, dann westlich zur Almwiese der Neuhüttenalm führt. Hier weglos den Wiesenhang hinab zur Alm, an der es stets gut gekühlte Getränke und manchmal auch selbstgemachte Kuchen gibt. Eine Rast ist hier obligatorisch!

Danach laufen wir erstmal ein Stück die Schotterstraße Richtung Hirschtalsattel, es geht ein wenig hinauf und kurz vor dem Sattel wieder hinunter. Die letzte Kehre lässt sich auf einem Pfad abkürzen.

Nun kommt das steile Wegstück zum Ochsenkamp (1594 m), der nach etwa 1,5 h (ab Fockenstein) erreicht ist. Anschließend überschreiten wir den Kamm bis zum Spitzkamp (1604 m), der ein paar nicht ganz einfache Kletterstellen bietet, umrunden den Brandkopf (warum eigentlich? schon müde?) und laufen oder plantschen (je nach Verhältnissen, diesmal war alles trocken) den Grashang hinauf auf´s Seekarkreuz (1601 m) (1 h vom Ochsenkamp).

Jetzt wird´s langsam Zeit für ein isotonisches Kaltgetränk, also schnell den bequemen Weg hinunter zur Lenggrieser Hütte, wo eine große Auswahl für jeden Geschmack bereitgehalten wird. Heute brummte drinnen der Bär, Blasmusik und zahlreiche zünftige Zecher waren in ausgelassener Stimmung, da blieben wir mit den Hunden lieber draußen auf der Terrasse.

Früher stieg man von der Lenggrieser Hütte meist über den Grasleitensteig ab, der recht urig zu den Weidewiesen oberhalb Mühlbach führt, aber seitdem ein etwa 700 Meter langes Stück mit einer grauenhaften Forststraße überbaut worden ist, suchen sich viele Wanderer und auch wir einen neuen Weg und welcher könnte schöner sein als der am Grat entlang über den Grasleitenkopf (1433 m) und den Grasleitenstein (1269 m) hinunter nach Mühlbach. Es gibt hier noch eine kleine Schwierigkeit, denn um nicht durch den Hof eines Bauern unten in Mühlbach hindurchlaufen zu müssen, respektieren wir ausnahmsweise seine rustikale und eigentlich nicht gerechtfertigte Wegsperre auf knapp unter 800 Metern Höhe und weichen auf den links parallel verlaufenden Weg aus, der uns mit nur einem kleinen Umweg und ohne Provokation ins Dorf bringt. Zeitbedarf hierfür etwa 1:30 h.

Von Mühlbach ist es dann nicht mehr weit bis zum Startpunkt, je nach Tageszeit kann man noch ein Stück durch den Wald an Hohenburg und Kalvarienberg vorbeilaufen oder gelangt entlang der Hohenburg- und Karwendelstraße zurück zum Parkplatz in Lenggries. Das Eis in der dortigen Eisdiele schmeckt übrigens hervorragend!

Die Fotos stammen von verschiedenen Touren auf dieser Strecke.