Verwirrt und fast verirrt am Zwiesel

41 Zwiesel-Südwand

Der Zwiesel ist mit 1348 Metern die höchste Erhebung der kleinen Berggruppe um den Blomberg bei Bad Tölz und ein schnell erreichbares Ziel mit guter Aussicht, allerdings als sehr überlaufen berüchtigt.

Weil der meist begangene Anstieg von der Blombergbahn-Bergstation eher langweilig ist und die Straße dort hinauf auch, stellte ich mir auf die Schnelle eine Route von Arzbach aus über die Schnaiter Alm auf den Gipfel und zurück über Blomberg und Heiglkopf zusammen. In etwa so, wie Manfred Bromba schon ging und unter „Einmal im Leben auf den Zwieselberg“ berichtete.

Vom Parkplatz am Sportgelände lief ich dann mit Django los, schön geradeaus Richtung Westen, leicht und angenehm bergauf bis zum Lex-Hof. Hier sollte es nach rechts gehen, aber der Wirtschaftsweg, den ich zuerst wählte, hörte bald auf, also versuchte ich mein Glück, indem ich einfach durch die Wiese lief. Da gab es mehrere Wassergräben zu queren, glücklicherweise fand sich immer eine kleine Brücke. Aber so weit ich auch lief, den geplanten Weg erreichte ich nicht (und um auf die Karte zu schauen, war ich zu faul). Irgendwann wurde es mir zu blöd, immer am Beginn des Hanges entlangzulaufen und ich fand außerdem eine zarte Wegspur in den Wald hinein. Direkt auf einen Rückeweg zu, dem ich dann ein paar Meter folgte und wieder umkehren musste, weil er nur wieder nach unten führte. Nun gut, dann also tiefer rein in den Wald, sprich ab ins Unterholz. Django war nicht so begeistert, aber ich freute mich, da ein kleines System von Drainagekanälen zu entdecken. Bald kamen wir auf eine Weide, an der eine gepflegte Forststraße entlangführte. Genau in der richtigen Richtung, also los!

Die Richtung war fast richtig, nur wäre der geplante Weg etwas weiter nördlich, zeigte mir mein GPS-Gerät bald an. Gut, dann schnell die Wiese rechts entlang zum nächsten Waldrand, steil in den darunter liegenden Bachgraben hinab und siehe da, drüben war wieder ein Weg. Bis zu den Fischteichen. Na, immerhin 2 neue Bänke für die Serie „Aussichtsbänke ohne Aussicht“ gefunden.

Immerhin war parallel eine Forststraße zur Moaralm, wie ich nun endlich nach einem Blick auf die Karte feststellen konnte. Aber ob das mit dem Zwiesel noch zu schaffen sein wird? 3 Stunden Zeit hatte ich mir gegeben, um 17 Uhr wird´s finster, nun ist es 15:15 Uhr, wir sind schon eine Stunde unterwegs, das Wetter wurde schlechter, leichter Regen setzte ein,Wind kam auf und wir waren gerade mal richtig am Berg angelangt. Laut Karte gibt es aber keinen direkten Abstieg von hier nach Arzbach, also entschied ich mich für weiterlaufen, was uns dann überraschend gut und schnell bis zum letzten, steilen Gipfelhang brachte.
Der war dann auch gleich überwunden und wir genossen kurz den Blick von oben, völlig alleine, nur unten an der Schnaiteralm waren noch zwei Wanderer. Der Rückweg über den Heiglkopf war dann aber zu lang und wir liefen den geplanten Aufstiegsweg runter.

Die Aussicht war wegen der tiefstehenden Wolken nicht so berauschend, richtig gemütlich war es auch nicht und die Zeit drängte, also schnell runter, was bis kurz unterhalb der Schnaiteralm auch ganz locker-lässig ging. Danach wurde es baatzig. 250 Höhenmeter steile Grasflanke, die beim Almabtrieb in der kompletten Breite durchgeackert worden ist. Der „Weg“ eine Lehmrinne, in der ich mich höchstens in Lederhosen wohl fühlen könnte, der Hang niedergewalztes Gestrüpp, Baatz, Steine, Lehm. Es war mehr eine Abfahrt als ein Abstieg. Ich denke, wenn wir da wie geplant aufgestiegen wären, hätten wir den Gipfel nicht erreicht.

Endlich im Graben des Großbachs angekommen, lief es sich dann zwar zäh, aber flüssig zurück nach Arzbach.

Mit etwas besserer Planung und einer Stunde mehr Zeit könnte die Überschreitung des Blombergs eine durchaus lohnende Runde werden.

Die Strecke auf Strava

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