Wege suchen am Reitstein

Neu entdeckte alte Wege, die in keiner Karte mehr verzeichnet sind, aber noch gut erkennbar und mit überschaubarem Risiko begehbar, finden sich im Gebiet der westlichen Blauberge an jeder zweiten Ecke.

Nachdem wir den romantischen Weg über die ehemalige Reitbergalm zum Reitstein und die Kammüberschreitung bis zum Ameiskopf gegangen sind, sahen wir uns letztes Jahr die Bodigbergalm an und gingen den östlichen Weg um´s Stacheleck herum auf den Gipfel. Das war zwar auch recht schön, aber bis zur Alm führt eine breite Forststraße und der weitere Weg wurde vor kurzem sehr gut instandgesetzt. Abenteuerlich waren nur ein paar Kraxeleien über querliegenden Windbruch.

Da aber Manfred Bromba nun auch dieses Gebiet entdeckt und gleich einen alten Zugang zur Bodigbergalm begangen hatte, war klar, dass wir uns das auch mal ansehen mußten.

Der Steig beginnt nach der Brücke über einen Graben, in dem das Wasser auf plattigen Felsen herunterrauscht. Man muss ein paar Meter gehen, um ihn überhaupt wahrnehmen zu können. Anfangs relativ breit, führt er auf einem Rücken den Bergwald hinauf bis zu einer Stelle, wo der breite Weg den Rücken nach links verlässt. Ich wollte aber möglichst auf dem Rücken bleiben und suchte nach Spuren, die ich tatsächlich ein paar Meter oberhalb fand. Ein deutlicher Pfad, der stets auf der Höhe des Rückens relativ steil nach oben führt. Trittspuren waren auch zu sehen, von irgendeinem größeren Huftier, das da ein wenig eilig nach unten unterwegs gewesen sein muß.

Weiter oben querte dann ein ehemaliger Karrenweg, dem wir nach rechts folgten. Ich hatte grad keine Lust, eine Fortsetzung des Pfades zu suchen und der Karrenweg hatte die richtige Richtung. Leider endete er in einer Art Talschluß und wir waren kurz davor, umzudrehen, als ich an den Bäumen mehrere rote Markierungspunkte entdeckte, die komischerweise nur von oben zu sehen sind. Also gings jetzt ziemlich gerade nach oben auf den kleinen bewaldeten Gipfel oberhalb der Bodigbergalm (im Bayern-Atlas P. 1242) und von dort auf einem Karrenweg zur Zufahrt der Alm.

Dieses Wegstück war dann ein gutes Stück rechts (nördlich) von dem Weg, den Bromba aufgezeichnet hatte und ich vermute, da muss man nochmal genauer nachsehen! Ausserdem fehlt ein direkter Abstieg von dem Waldbuckel zur Alm, der eigentlich logisch wäre.

Der Rest der Tour war dann nicht mehr so spannend, auch der Weg westlich um´s Stacheleck ist hervorragend instand gesetzt und beim Abstieg über den östlichen Weg durften wir uns sogar über die entfernten Baumstämme freuen (einer liegt noch da, der ist aber einfach unten zu umgehen). Kurz bevor es aus dem Kirchwandgraben herausgeht, lief uns dann noch ein prächtiger Hirsch über den Weg, die Jungs (Buddy und Django) waren schwer begeistert!

Einen leider etwas lückenhaften und nicht korrigierten GPS-Track gibt es hier

 

2 Gedanken zu „Wege suchen am Reitstein

  1. Hallo Hans, bin über eine aktuelle Verlinkung auf deine Seite gestolpert – und habe diesen „ähnlichen Beitrag“ angeboten bekommen… Wir waren etwas später im goldenen Oktober in der anderen Richtung dort unterwegs – und hatten es uns auch zur Aufgabe gemacht, diesen historischen Bodigbergalmsteig zu begehen (vgl. Link im Namen), mittendrinn war es gar nicht so einfach… 😉

    1. Hallo Gerold,
      der Mittelteil bekommt sicher nochmal Besuch und ich denke auch an eine direkte Überschreitung des Stachelecks.
      Den Totengraben haben wir letztes Jahr schon mal vorgehabt, sind aber bei der ersten Steilgrasquerung umgekehrt (2 lebhafte Hunde dabei, Frauchen nicht so sicher). Das bleibt also auch ein Projekt.
      Liebe Grüße,
      Hans

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