Wettkampflust

Mir scheint, so langsam erwacht das Wettkampffieber wieder in mir und so wurde ein netter, kleiner Dorflauf zu einem harten Kampf.

Der Südlauf des Vereins Schutz des Kirchseeoner Südens e.V. ist ein 6,5 Kilometer langer Lauf auf Wald- und Feldwegen am Rand der Endmoräne mit ihren Toteislöchern bei Buch. Der Verein setzt sich für den Schutz dieser Landschaft ein und möchte mit dem Lauf möglichst viele Menschen sensibilisieren, sich seinen Bemühungen anzuschließen. Bedroht wird die Gegend durch Planungen für eine Umgehungsstraße um Kirchseeon herum.

Ich wollte schon lange mal dort mitlaufen, aber irgendetwas ist bisher immer dazwischengekommen. Doch heuer war es endlich soweit, ich stand um 9 Uhr bei der Anmeldung, zahlte die 5 € Startgebühr und überlegte mir eine Strategie. Weil ich die Strecke größtenteils noch nicht kannte und auch keine Erfahrung über 6,5-km-Läufe habe, dachte ich mir, eine Pace unter 5:00 min/km wäre fein. Durchaus nicht leicht zu erreichen, aber es sollte im Bereich des Möglichen sein.

Also an den Start, wo ich gut wegkam und versuchte, mich nicht zu sehr von den Anderen mitreißen zu lassen. Der erste Kilometer wurde natürlich „grandios“, 4:43 trotz leichtem Anstieg und einer scharfen Kurve, auf km 2 und 3 kam etwas Konsolidierung (5:03+5:06), gefolgt von einem gut zu laufendem, ebenen Stück (4:52+4:51). Dann auf dem letzten Wegteil grober Schotter, der sehr anstrengend zu laufen war, dazu ging es auch noch bergauf und am Schluss noch durch die Wiese (5:18) zum Endspurt mit 5:04 (mehr war nicht mehr drin).

Bei einer gelaufenen Strecke von ca. 6,4 km und der Zeit von 31:45 ergibt das einen Schnitt von 4:59!
Ziel erreicht! Ich darf nur nicht dran denken, welchen Schnitt ich beim letzten Marathon gelaufen bin, oder besser gesagt, muss ich mal lernen, damit umzugehen. Heute bin ich auf jeden Fall so schnell gelaufen, wie es auf dieser sehr abwechslungsreichen Strecke nur ging, ohne eine Verletzung zu riskieren und auch die Herzfrequenz-Auswertung zeigt mit gleichmäßig hohen Pulswerten, dabei leichtem Anstieg während des Laufs (Schnitt ab km 2 90%) und einem Maximum von 93% kurz vor dem Ziel, dass da nicht viel mehr gegangen wäre.

Nach etwas zu üppiger Versorgung nach dem Rennen (die Bratwürste und die Kuchen waren hervorragend, sogar richtig guten Espresso gab es!) war ich dann am Nachmittag völlig platt, aber glücklich.

Nebenbei gewann unser Team, bestehend aus Elli, Franzi, Thomas und mir noch den dritten Preis der Teamwertung, Elli wurde sogar Gesamtzweite der Damen.

Das Bild zeigt 5 Läufer beim Posen vor dem Start
Unser Team „Die Lackensucher“ vor dem Start

Dem Schutz des Kirchseeoner Südens e.V. ein herzliches Dankeschön für den schönen Lauf und die angenehme, familiäre Atmosphäre und viel Erfolg weiterhin beim Schutz dieser herrlichen Landschaft.

Für mich kommt am Samstag bereits die nächste, diesmal doch ziemlich große Herausforderung, der Karwendel-Berglauf von Mittenwald durch das Dammkar auf die nördliche Linderspitze.

Das Titelfoto wurde freundlicherweise von Thomas Böhm zur Verfügung gestellt.

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